Parachanna africana

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  • Diese afrikanische, tropisch zu haltende Art besticht nicht so sehr durch ihre besondere Färbung (wobei die Kontrastzeichnungen für den Liebhaber auch ein Augenschmaus ist), als vielmehr durch ihre Seltenheit im Hobby, das eher zurückhaltende Verhalten gegenüber dem Pfleger und die daraus resultierende Herausforderung, gerade diese Art erfolgreich zu pflegen und zu "zähmen".
    Obwohl es bereits z.T. sehr alte Nachzucht- und Haltungsberichte gibt, ist es dennoch nicht so leicht, diese Tiere dahingehend zu bewegen sich fortzupflanzen - das liegt bestimmt auch daran, weil die notwendigen Bedingungen hierzu für den "normalen" Channa-Halter geradezu exotisch erscheinen (sprich saures und weiches Wassermilieu in Kombination mit wirklich hohen, temporären Temperaturen).
    Es gilt hier also mehr noch als bei anderen Channa-Arten, einen verbindlichen Wissenstand aufzubauen und zu belegen, um den Liebhabern dieser Art einen Leitfaden in die Hand geben zu können, nachdem Pflege und Zucht einigermaßen kompetent beschrieben werden können (auch hier spielt natürlich die Reduzierung der Entnahmen aus freier Natur eine nicht unerhebliche Rolle).

    Es handelt sich in jedem Fall um Schlangenkopffische, die in Themen-Aquarien mit der richtigen Einrichtung, Struktur und Vergesellschaftung ebenso viel hermachen, wie als Zuchtpaar im Artaquarium - wunderschöne Mäkeltanten in meinen Augen ;) .

    Mein Westafrika-Becken kurz nach Säuberung und Pflanzenverschnitt:


    mein Weibchen (ca. 22 cm KL): mein Männchen (ca. 24 cm KL):



    zusammen mit Polypterus endlicherii:


    Ein kurzes Video meiner Tiere (damals noch als einiger maßen gut funtkionierende 3er Gruppe (2.1) mit knappen 20 cm KL auf 150x50 Grundfläche):




    genutze Quellen:
    Wikipedia (.de)
    Nora Brede & Pascal Antler - "Schlangenkopffische- Die Gattung Channa und Parachanna"
    Allgemeines
    wissenschaftlicher Name
    Parachanna africana
    Ordnung
    Anabantiformes
    Familie
    Channidae
    Gattung
    Parachanna
    Details zum Fisch
    Vorkommen, Herkunft
    lt. Wikipedia: im Ouémé in Benin, Nigerdelta und den unteren Cross River in Nigeria bis Kamerun, möglicherweise auch bis Gabun
    Größe (Adult)
    Literaturangaben: max. 32-33 cm ; meine etwa 4 jährigen WF-Tiere (aus Nigeria) haben bis heute die 25 cm nicht überschritten
    erreichbares Alter
    ?
    Futter
    Carnivor mit deutlicher Tendenz mit zunehmenden Alter Nahrungspräferenzen zu entwickeln (ähnlich wie von P.obscura bekannt).
    // ich beschreibe im Folgenden ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen - erhalten habe ich meine Tiere als etwa 10 cm lange Jungfische, WF Nigeria

    * im Jungfischalter:
    -nach Eingewöhnung recht gierig bzgl. sämtlicher angebotenen Lebendfuttermittel (rote und weiße Mückenlarven, kleinere Dendrobena und Rotwürmer)
    -nach mehrwöchigen "Verhandlungen" haben die Tiere auch frisch aufgetaute Mückenlarven, Krill und Grammarus erst bereitwillig, später auch sehr gierig genommen
    - erst Umgewöhnung an Trockenfutter (rote MüLa's und Grammarus)
    * Nahrungsmittel ab etwa 15 cm KL (eigene Erfahrungen)
    - Umstellung der Ernährung auf Trockenfuttermix (Grammarus, mittlere Arowana-Stick (Fa. Tropical), MüLa's und Shrimps) -> problemlose Fütterung
    - zeitweises Verfüttern von Dendrobena (wurden immer un-bereitwilliger genommen), Mehlwürmern, frisch aufgetauten Heimchen und Grillen
    - Lebendfisch (hier junge Ameca-Kärpfinge) wurden einmal verfüttert - gieriges Jagen und Fressen der Parachanna, aber danach wollten sie über eine Woche nichts anderes mehr anrühren
    - irgendwann wurde relativ spontan auch das vorher so beliebte Trockenfutter komplett ignoriert

    - derzeit füttere ich frisch aufgetaute Heimchen, Schaben (Blatta lateralis oder Blabtica dubia), Mehlwürmer und Zophobas und ab und zu auch Shrimp-Fleischstücke
    (Froststinte wurden z.B. nie genommen, aber demnächst werde ich auch mal Fischfilet [Seelachs oder ähnliches soll lt. einigen Haltern auch gut gehen] versuchen)

    * Nahrung, die man lieber vermeiden sollte
    - Lebendfisch, weil ich nach eigenen Beobachtungen die Befürchtung hätte, dass die Fische dann gar nichts anderes mehr nehmen wollen

    -> um die Tiere im Adultstadium zu neuem Futter zu überreden, welches nicht auf deren like-Liste steht, ist u.U. wochenlanges Hungern-Lassen notwendig
    Beckengröße
    Aufgrund des territorialen, innerartlichen Verhaltens empfiehlt sich pro Paar mind. eine Grundfläche von 120x50 cm (Wasserstand zwischen 25 und 50 cm). Die Art ist nicht allzu schwimmfreudig, aber jeder Einzelfisch benötigt sein eigenes, kleines Revier!
    Temperatur
    Tropische Art, d.h. eine Haltung bei konstant 25°C ist möglich, aber dann wird vermutlich die erfolgreiche Zucht ausbleiben.

    // in Bearbeitung
    * Zuchtanregung
    ???
    * Was kann toleriert werden:
    Ich habe einige Einzeltiere mehrere Monate schon bei 22-23°C gepflegt und die Tiere haben gut gefressen und auch keine offensichtlichen Anzeichen von Unwohlsein gezeigt. Laut verschiedenen Angaben im Internet benötigen die Tiere während der Gelegeaufzucht mindestens 28°C, sogar von 33-35°C habe ich schon gelesen. Offensichtlich scheint es auch im natürlichen Habitat massive, saisonale Schwankungen bzgl der Wasserqualität zu geben.
    * Rückwirkung auf Bepflanzung:
    Natürlich werden die meisten Wasserpflanzen auf die Dauer Probleme mit den Wassertemperaturen bekommen, die im angegebenen oberen Bereich liegen, zumal auch das Wasser in diesem Fall im weich-saurem Milieu liegen sollte. Vermutlich ist es in diesem Fall gut, brasilianischen Wassernabel u.ä. Arten im Becken zu haben, will man auf Bepflanzung nicht verzichten.
    In der Regel funtkionieren aber auch Anubias, Cryptocorynen, Schwarzwurzelfarn oder Tigerlotus recht gut.
    *
    *
    Haltung
    * Beckeneinrichtung
    - sehr viele Versteckmöglichkeiten in Form von Wurzelholz, Höhlen- und Röhrenverstecken sollten vorhanden sein
    - Wasserstand von etwa 3/4 der Fischlänge reicht i.d.R. sogar aus, kann aber je nach Einrichtung auch deutlich höher sein (bis zu 2x der Fischlänge)

    * Strukturierung
    - das Becken sollte "unübersichtlich" eingerichtet werden
    - die Einrichtungsstrukturen und Bepflanzung sollte vom Bodengrund bis zur Wasseroberfläche reichen
    - Deckung von oben vorsehen (Schwimmpflanzen, Valisnerien, Korkrindenstücken usw.)

    * Filterung
    - der Filtereinlauf sollte die Wasseroberfläche nicht komplett bewegen können (Offenlaicher!), da sonst auch z.B. Schwimmpflanzen u.ä. immer in bestimmte Ecken geschwemmt werden
    - nicht zu starke Strömung erzeugen

    * Wasserwerte (Temperatur, Härte, pH)
    - eher weiches, saures und warmes Wasser (genauer dazu siehe "Zucht")

    * Vergesellschaftungsoptionen (meine Erfahrung betrifft nur nicht-brutpflegende-P.africana)
    - nicht aggressiv gegen artfremde Arten (Polypterien, verschiedene Welsarten (z.B. Heteropneustes spp., L222, L81), Ctenopoma acutirostre)
    - die Beifische dürfen nur nicht zu belästigend, z.B. beim Füttern & Fressen sein - das kann die Parachanna stören
    - vermutlich sind auch größere Faden- und Buschfischarten problemlos zu vergesellschaften
    Besonderes
    // in Bearbeitung

    * Wachstum
    Die Art wächst nicht allzu schnell. Selbst nach knappen 4 Jahren sind meine Tiere noch lange nicht bei 30 cm angelangt. Ob es auch bei dieser Art verschiedene Fundortvarianten mit unterschiedlichem Größenwachstum gibt, ist nicht bekannt - aber irgendwoher müssen die Angaben mit > 30 cm ja stammen (Standard KL bedeutet ja sogar von Schnauzenspitze bis zu Schwanzwurzel!).
    * Aggressivität
    Innerartlich können die Tiere sehr aggressiv werden und die Verlierer solcher Rivalenkämpfe sehen wirklich bedauernswert aus. Die Bezahnung der Art ist aber auch tatsächlich sehr spitz und scharf. Das merkt man gut, wenn sie z.B. beim Füttern in eine Pinzette beißen.
    Gegenüber anderen Fischarten im Becken konnte ich bis jetzt nie irgendwelche Aggressionen beobachten. In einem englischsprachigen Zuchtbericht habe ich aber einmal gelesen, daß die Eltern bei der Jungenaufzucht "keine Gefangenen" machen sollen. Ich hoffe, ich finde es in diesem Jahr einmal selbst heraus...

    *
    *
    Zucht
    // in Bearbeitung
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