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10. -13.05.2018 - 48. Internationale Leistungsschau der DKG 2018 in Hohenkammer

Channa asiatica

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  • Diese Channa-Art hat unter Aquarianern einen sehr schlechten Ruf, was z.T. sicherlich nicht ganz unbegründet ist, aber wohl auch zu Hauf einfach an falschen Haltungsbedingungen liegen dürfte. Hält man sich an gewisse Grundregeln bei der Pflege, ist diese Art für den Channa-Liebhaber durchaus sehr empfehlenswert. Man benötigt aber zwangsweise die Möglichkeit, die Fische nicht zu warm und, im Zeitraum der "Winterruhe", auch relativ kalt halten zu können, was heutzutage nicht jedem gelingen dürfte.

    Eine Haltung dieser Art in irgend einer Form von Gesellschaftsbecken schließt sich generell aus und hat nichts mit artgerechter Unterbringung zu tun - dafür sind zumindest private Aquarien einfach zu klein!
    Diese Art ist nach wie vor mein absoluter Favorit unter allen Channa - aufgrund ihres Aussehens, des Verhalten haben diese Fische für mich einen Charme, dem ich mich einfach nicht verschließen kann. Betrete ich den Raum und sie erkennen mich nicht sofort, wird mir gedroht - fällt der Groschen dann endlich, benehmen sie sich fast wie Hunde :D .


    Hier einige links zu meinen eigenen youtube-Videos:
    Paar #1


    Paar #2





    Verbreitung:



    genutze Quellen:
    Wikipedia (.de)
    Nora Brede & Pascal Antler - "Schlangenkopffische- Die Gattung Channa und Parachanna"
    Allgemeines
    wissenschaftlicher Name
    Channa asiatica
    Ordnung
    Anabantiformes
    Familie
    Channidae
    Gattung
    Channa
    Details zum Fisch
    Vorkommen, Herkunft
    Mittlerweile relativ weit verbreitet im chinesisch-südostasiatischen Raum (anscheinend sogar bis Süd-Japan); lt. Wikipedia liegt die urspüngliche Herkunft in Südost-China; Angaben aus Internet-Blog vom Indonesier Mahamaya Hiko... "Ursprung: China, mittleres und unteres Chang Jiang (Yangtze) Becken und Xun Flussbecken in Guangxi und Guangdong Provinzen, Nordvietnam, eingeführt in Taiwan und Japan Ishigaki Shima und Ryuku Inseln"
    Größe (Adult)
    gemäß. Lit. um die 35,0 cm (KL); meine Tiere haben die 33 cm Marke nie überschritten (5 Jahre Beobachtungszeitraum)
    erreichbares Alter
    ?
    Futter
    carnivore Opportunisten ohne offensichtliche Spezialisierung auf bestimmte Nahrungsmittel;

    Meine Tiere fressen (sowohl im jungendlichen, als auch im adulten Stadium - Unterschied ist hier nur die Größe der Nahrungsbrocken) sowohl als Trocken-, Lebend- und frisch aufgetaute Frostnahrung:
    vom Wasserfloh, über Sandfliegen/Stubenfliegen, Grammarus spp., sämtliche Garnelensorten, bis hin zu braunen Nacktschnecken (die spanische Variante!!!), Muschelfleisch, Regenwürmern aller Arten, allen möglichen, erhältlichen Futterinsektenarten (Schaben, Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Zohpobas, Schwarz- und Bohnenkäfer etc. pp); sämtliche Futterfischarten, sowohl lebend, frisch aufgetaut oder sogar getrocknet (als Futter für Wasserschildkröten), getrocknete Seidenraupenlarven und sämtliche ungiftige und nicht geschützte Wirbellose, die z.B. im Garten zu finden sind.
    Beckengröße
    ab etwa 300 Liter Wasservolumen vertretbar; wichtig ist hier eine möglichst große Grundfläche von mind. 0,7 m^2, die eine gute Revierabgrenzung für beide Partner ermöglicht
    Temperatur
    Sollte nicht zu warm gehalten werden, obwohl die Tiere auch Temperaturen über 25°C zeitweise recht gut vertragen. Problem ist dann allerdings die deutlich gesteigerte, innerartliche Aggressivität der Tiere untereinander, die recht schnell zum Tod des unterlegenen Tieres führen kann!

    Winterruhe sollte bei dieser Art unbedingt eingehalten werden, wobei hier die Temperatur bis auf 10°C abfallen darf, aber nicht muß - wichtiger ist auch bei Ch.asiatica die Einhaltung einer konsequenten Nulldiät für etwa 2 Monate (vorzugsweise von Dezember bis Februar) und danach eine Anhebung der Temperatur auf etwa 20-21°C, um den Tieren Paarungsstimmung und ein Ablaichen zu ermöglichen. Ansonsten kann sich einseitig ausgebildeter Laichdruck seitens eines Partnerteils schnell zu massiven Aggressionen entwickeln, was oftmals den Tod des anderen Partners zur Folge hat.
    Mehr als 22-23°C sind auch im Sommer für diese Art nicht notwendig. Die Tiere fressen und betteln sogar noch bei 15°C Wassertemperatur!

    Es wird also deutlich, daß die Temperatur und der Jahrestemperaturverlauf bei der erfolgreichen Haltung dieser Art enorme Wichtigkeit hat.

    Tipp:
    Es gibt natürlich auch technische Möglichkeiten, Aquarienwasser gezielt zu kühlen - hier seien vor allem entweder Verdunstungskühler (relativ preiswert, aber stark eingeschränkt in der Leistung -> z.T. recht laut im Betrieb) oder Durchlaufkühler (großer Leistungsbereich, aber sehr kostenintensiv in Anschaffung und Betrieb) genannt. Ob man sich für eine solche technische Lösung entscheidet um subtropische Channa zu pflegen, sollte vorher aber genau überlegt werden.

    Hinweis:
    Gerade in diesem Jahr (2017/18) experimentiere ich mit der Möglichkeit, eine Überwinterung nur mit Nahrungseinschränkung bei gerade mal 18°C durchzuführen (unterstützend dazu werde ich einen Durchlaufkühler verwenden). Es kommt erschwerend hinzu, daß ich danach die Zusammenführung von Männchen und "neuem" Weibchen machen muß - mal sehen ob das alles klappt...?
    Haltung
    Paarweise in genügend geräumigen und sehr gut strukturierten Aquarien.

    Jungtiere (eines Wurfes) können tatsächlich sehr lange zusammengehalten werden - eigentlich bis zum Erreichen von mind. 20 cm KL; bis dahin konnte ich eigentlich auch keinerlei Aggressionen zwischen den Jungtieren feststellen - sie sind sogar auffallend friedlich untereinander. Nach Erreichen der Geschlechtsreife der ersten Tiere ändert sich dieses Verhalten komplett und man MUSS dann entsprechend trennen. Das ist dann die schwierige Phase ein Paar zu erhalten, weil einige im Wurf schon geschlechtsreif und sehr aggressiv sind und die noch nicht geschlechtsreifen Tiere, die ja potenzielle Partner sind, aber extrem unterdrücken und dadurch Entwicklungsdefizite auftreten können.

    Hat man ein Paar erhalten (ich habe bei 6 Jungtieren 2 'gute' Paare erhalten indem ich die Partner ausgesucht und zusammengeführt habe - Ergebnis war jeweils ein kürzeres und ein etwas längeres Gerangel und dann haben die Paare 'funktioniert'), sollte es in einem geräumigen Becken mit Mindestgrundfläche von 150x50 cm untergebracht sein. Der Wasserstand ist erstmal zweitrangig und kann zwischen 30 und 60 cm liegen.
    Wichtig für ein relativ harmonisches Zusammenleben der Partner ist, daß sie sich auch aus dem Weg gehen können - sprich viele Verstecke und mindestens 2 akzeptable Grundreviere sollte das Becken beinhalten. Eine Channa-typische Bepflanzung und Deckung von oben sind sehr wünschenswert!

    Möchte man züchten (...und das sollte man wollen, denn ansonsten kann es relativ schnell mit der Harmonie zwischen den Partnern vorbei sein!), sollte ein Filtersystem installiert sein, welches die Wasseroberfläche größtenteils ruhen läßt, da sonst das Gelege der Offenbrüter ständig lose verstreut wird!

    Sämtliche Versuche mit artfremden Beifischen egal welcher Größe sind bei mir stets nach kürzester Zeit fehlgeschlagen - ein Paar Channa asiatica duldet wohl einfach keine anderen Fische in seinem Revier.
    Besonderes
    Es handelt sich um eine Channa-Art ohne Bauchflossen (siehe auch Ch.bleheri, Ch.andrao oder Ch.orientalis) und um die erste Schlangenkopffisch-Art überhaupt, die je wissenschaftlich beschrieben worden ist (Linne', 1758).

    Es gibt vermutlich mindestens 3 Farbformen dieser "Art", die sich z.T. mindestens optisch deutlich voneinander unterscheiden. Der wohl zumindest in Europa "gebräuchlichste" Typ ist der, den auch ich pflege (siehe Fotos) - das braun-beige Querstreifenmuster tritt eigentlich fast nur während der Laichzeit hervor; ansonsten dominieren die individuell stark ausgeprägten, weiß-silbernen Glanzflecken.

    Es gibt noch eine Variante (Unterart?/Art?) fast ohne/wenigen schwarzen Glanzflecken mit beinahe permanent ausgebildetem braun-gelblichen Querstreifen und eine Variante, die dieser relativ ähnlich sieht, aber teilweise oder manchmal fast vollständig rote Glanzflecken aufweist. Auch Tiere mit teilweise rotflächigen Flanken habe ich schon gesehen.

    Meines Wissens gibt es aber bis dato noch keine wirklich belastbaren Untersuchungen zu Verhaltensunterschieden oder tatsächlicher, genetischer Unterschiede, die die unterschiedlichen Erscheinungsformen des "Channa asiatica" als fixe Arten/Unterarten definieren lassen. Somit ist es auch schwierig, Größenunterschiede u.ä. zu belegen, zumal gerade die Fische des Channa asiatica-Komplexes scheinbar sehr anpassungsfähig sind - sie wachsen z.B. auch noch als mehrjährige, minderwüchsige Adultis weiter, sofern sich ändernde Lebensbedingungen dies ermöglichen.

    Auch lassen sich kaum Aussagen darüber finden, inwieweit und mit welchem Ergebnis sich die verschiedenen Erscheinungsformen kreuzen lassen, was auch Rückschlüsse auf Verwandtschaften zuließe.

    Unterdrückte, im Wachstum stark zurückgebliebene Tiere können bei Einzelhaltung und guter Pflege auch im mehrjährigen Adultstadium noch deutlich an Körpergröße zulegen! Beobachtet habe ich das an zwei Fällen:
    - das weitaus kleinste Tier im gesamten Wurf ist in seinem zweiten Jahr im Frühjahr und Sommer (2014) in einem kleinen Außenteich ohne regelmäßige Zufütterung auf über die doppelte Größe herangewachsen und war schließlich mein erstes, dann sehr prächtiges Zuchtweibchen (sie hatte insgesamt 3 oder 4 Gelege!)
    - Anfang 2017 habe ich ein sehr klein gebliebenes Weibchen aus diesem Wurf zurück-erhalten (es hatte grad mal knappe 22 cm bei einem Alter von 4 Jahren!); nach guter Einzelpflege hat es jetzt etwa 9 Monate später gute 30 cm drauf, ist schön kräftig uns strotzt vor Selbsbewußtsein
    Zucht
    Sehr einfach, wenn man gewisse Grundregeln beherzigt.

    Nach der "Winterruhe" (s.o.) kann die Wassertemperatur relativ schnell, innerhalb von ein paar Tagen auf 20-22°C gebracht werden; die Fische sollten jetzt zur Stärkung schon den einen oder anderen kräftigen Happen bekommen.
    Man erkennt dann schon recht deutlich und schnell die Änderung der Färbung beider Partner in Richtung Laichfärbung, sprich das quergestreifte Kontrastmuster nimmt deutlich an Intensität zu und die unpaarigen Flossen färben sich dunkler ein (beim Männchen fast schwarz).
    Nach einer ganzen Reihe von channa-typischen Scheinpaarungen (vermutlich um sich für die echte Paarung einzutakten) und etwa 7-14 Tagen unter diesen Bedingungen wird ab etwa 20-21°C in mehreren Etappen innerhalb von ein paar Stunden das Gelege produziert, das etwa 300-700 Eier enthalten kann.
    Bei meinen Tieren hat sich immer nur das Männchen direkt um das Gelege gekümmert - das Weibchen wird im Becken geduldet, aber auch nicht in die direkte Nähe der Eier gelassen. Das Weibchen hat in dieser Zeit wohl nur die Schutzfunktion der Reviergrenzen, während sich ausschließlich das Männchen direkt um Gelege und Brut kümmert.
    Die frisch geschlüpften Jungfische sind nach gerade mal 5 Tagen im Ei (je nach Wassertemperatur kann das variieren) noch sehr klein und schwimmen als Pulk an der Wasseroberfläche. Die erste Nahrungsaufnahme beginnt erst eine gute Woche später, wenn der Dottersack aufgebraucht ist. Das Verhalten der winzigen, schwarzen Jungfische ändert sich dann auch, weil sie ab dann aktiv und permanent auf Nahrungssuche gehen. Sollte man für diesen Fall keine größere Artemien- oder Pantoffeltierzucht vorrätig haben, muß man sich um tierische Ersatznahrung kleinster Größenordnung bemühen. Ich habe für mich herausgefunden, daß selbst Hüpferlinge oder Bosmiden noch zu groß für die Kleinen in den ersten 2 Lebenswochen sind. Mittlerweile gibt es im Handel aber auch feinstes Zooplankton oder gefrostete, rote Rädertierchen und dekapsulierte Artemieneier - frisch aufgetaut/gewässert und eine ausreichend starke Strömung im Becken (um den Lebend-Anschein zu erzeugen!) sorgen dafür, daß die Jungfische nach und nach schnell heranwachsen. Die Ernährung der Nachzucht vereinfacht sich deutlich, wenn die Jungfische erst einmal 0,5-1,0 cm lang sind. Normal ist bei dieser Art, daß es in einem Wurf zu z.T. extremen Wachstumsunterschieden kommt. Bzgl. der Futtergier stehen die Kleinen ihren Eltern in nichts nach.
    In einem Jahr (2015?) ist aus mir unbekannten Gründen innerhalb von einem Tag die gesamte, 2-3 Tage alte Nachkommenschaft verstorben; ich vermute fast, es lag wohl an der zu großen ersten Nahrung, die die Fische nicht fressen konnten und deshalb wahrscheinlich verhungert sind. Trotzdem haben die Eltern innerhalb von wenigen Tagen erneut ein kleineres "Nest" produziert und danach erfolgreich aufgezogen.
    Die Umfärbung der Jungfische in Richtung Streifenmuster findet bereits ab einer KL von ca. 1,0-1,5 cm statt. Theoretisch können die Jungfische bis zum Beginn einer neuen Brut bei den Eltern gelassen werden.

    Aufgrund der geringen Körpergröße der Jungfische in den ersten 2-4 Wochen sollte darauf geachtet werden, daß die Ansaugseite des (absolut notwendigen!) Filters ein Einsaugen der Jungfische verhindert!
    Haftungsausschluss
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