Channa bleheri

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  • Channa bleheri ist eine besonders attraktive und klein bleibende Art unter den Schlangenkopffischen. Die Namensgebung erfolgte mit Erstbeschreibung durch Jörg Vierke 1991 nach dem Erstentdecker Heiko Bleher.
    Schlangenkopffische werden der Gruppe der Barschverwandten (Percomorphaceae) und der Ordnung der Kletterfischartigen (Anabantiformes) zugeordnet, welcher ebenfalls die Labyrinthfische angehören. Ihnen gemeinsam ist die Fähigkeit über ein zusätzliches Atmungsorgan atmosphärischen Sauerstoff aufzunehmen. In der weiteren Systematik gehört Channa bleheri aufgrund seiner Herkunft zu den subtropischen Arten, was zu besonderen Haltungsempfehlungen führt.
    Die Art zeichnet sich, wie die meisten Schlangenkopffische, durch einen lang gestreckten Körper mit ebenso lang gestreckten dorsalen und analen Flossen aus. Die Rückenflosse ist typisch orange gesäumt. Die Afterflosse trägt ein intensiv, blaues Farbmuster. Die Bauchflossen fehlen vollständig. Die orangen Brustflossen besitzen 6 dunkler Querbänder und haben eine blau schimmernde Wurzel. Die Schwanzflosse ist dunkel gefärbt mit einzelnen unregelmäßigen, orangen Flecken und ebenso orangem Saum.
    Der vollständig beschuppte Körper zeigt eine braunrote Grundfärbung mit mehr oder weniger blau/türkisen Glanzschuppen.
    Die Bauch- und Kopfunterseite ist zumeist heller mit einzelnen dunklen Flecken, je nach Stimmung auch mit einer blau umfassten Kehlpartie.
    Auffällig in der Kopfform sind ausladend gewölbte Wangen.

    Geschlechtsunterschiede sind nur schwer auszumachen. Allgemein sind gleichaltrige Weibchen kleiner als die Männchen. Die Körperform der Weibchen ist insbesondere zur Paarungszeit etwas plumper anmutend aufgrund des vorhandenen Laichansatzes. Die Kopfform der Männchen erscheint etwas kräftiger und bulliger im direkten Vergleich.

    Derzeit ist eine besondere Farb-/Standortvariante von Channa bleherie als "chocolat" oder "red flame" bekannt. Die Tiere erscheinen farblich kontrastreicher. Adulte Tiere haben eine dunklere, weniger farbige Körpermusterung. Dafür stärker ins Rötliche übergehende Flossensäume.
    Der früher fälschlich beschriebene "blue bleheri" ist heute als eigene Art Channa andrao beschrieben.
    Eine weitere aus Burma stammende Schlangenkopfart (Channa burmanica) ähnelt Channa bleheri ebenfalls, ist aber deutlich weniger farbintentensiv.

    bisherige Autoren: Heiko, Issy
    genutze Quellen:
    Jörg Vierke - "Räuberbande im Aquarium" 1993
    Nora Brede & Pascal Antler - "Schlangenkopffische- Die Gattung Channa und Parachanna"
    Allgemeines
    wissenschaftlicher Name
    Channa bleheri
    Ordnung
    Anabantiformes
    Familie
    Channidae
    Gattung
    Channa
    Details zum Fisch
    Vorkommen, Herkunft
    endemisch im Flussgebiet des Brahmaputra, Gebiet Assam im äußersten Nordosten Indiens
    Größe (Adult)
    gem. Literatur bis 20 cm, erfahrungsgemäß eher 16-18 cm
    erreichbares Alter
    noch zu recharchieren
    Futter
    Insekten, Mehl- und Regenwürmer, Garnelen, Krebstierchen und andere Kleinlebewesen, gehacktes Muschelfleisch
    Beckengröße
    Mittlere Beckengrößen ab 100 cm Kantenlänge oder 150 l.
    Temperatur
    Entsprechend der subtropischen Herkunft am Fuße des Himalaja werden im Sommer Temperaturen bis 24/25 °C empfohlen.
    Im Winter, der natürlichen Trockenzeit des im Gebirge entspringenden Flusses, werden deutlich kühlere Haltungstemperaturen bis unter 15°C angegeben. Häufig wird in dieser Zeit zusätzlich eine ca. 3-4 monatige Nahrungskarenz bei den Tieren eingeführt. Es gibt auch Erfahrungsberichte aus der Vergangenheit, in denen die Tiere ganzjährig warm gehalten und keine wesentlichen gesundheitlichen Änderungen beobachtet wurden. Es wird allgemein vermutet, dass dies jedoch zu einer geringeren Lebenserwartung der Tiere führen könnte. Andererseits hatten auch konsequente Überwinterungsphasen bereits Todesfälle zur Folge.
    Sicher entspricht diese zehrende Winterzeit ihrem natürlichen Habitat und führt zu einer Selektion kräftiger, resistenter Stämme.
    Eine persönliche Empfehlung bezüglich der Aufzucht von Jungtieren wäre jedoch, im ersten Jahr eine moderate Winterruhe einzuführen, um nicht unnötig Jungtiere zu verlieren.
    Haltung
    An die übrigen Wasserqualitäten scheinen die Tiere weniger Ansprüche zu stellen. Hier wäre die Haltung in normalem Leitungswasser ausreichend.
    Ein Becken sollte gut strukturiert sein. Hier wird insbesondere von Wurzel- und Steinaufbauten mit ausreichend Versteckmöglichkeiten, vergleichbar einer Uferregion, gesprochen.
    Ich habe leider bisher keine genauen Quellen zum ursprünglichen Habitat der Tiere gefunden. Ob man ihnen daher als Bewohner eines Fließgewässers unbedingt, wie üblich bei Schlangenkopffischen, den absoluten Urwald bieten muss, halte ich für fraglich.
    Sicher werden während der Regenzeit im Flussgebiet weite Teile überschwemmt, sodass sich für die Tiere temporär neue Lebensräume erschließen. Eine die Wasseroberfläche beruhigende Vegetation wäre dann ggf. zur Fortpflanzung als Offenlaicher sinnvoll.
    Besonderes
    Gelegentlich wird bei Channa bleheri eine mögliche Gruppenhaltung beschrieben.
    Persönliche Erfahrungen selbst bei halbwüchsigen Jungtieren zeigte jedoch, dass die Tiere durchaus frühzeitig Reviere besetzen und sich dominante Tiere innerhalb der Gruppe durchsetzen.
    Insgesamt kann jedoch ein lang anhaltendes, weitestgehend geselliges Verhalten bestätigt werden. Die Tiere suchen dabei regelmäßig Kontakte zu Artgenossen. Eventuell sind die Reviere deutlich kleiner als bei anderen Arten, sodass in einem ausreichend großen Aquarium eine Gruppenhaltung lange toleriert wird.
    Channa bleheri bildet jedoch wie fast alle Schlangenköpfe irgendwann harmonisierende Paare. Diese Partnerschaften sollten auch in einem Einzelbecken gepflegt werden. Im Vergleich zu anderen Arten ist innerhalb dieser Partnerschaft weniger aggressives Verhalten unter den Geschlechtern beschrieben. Abgesehen von kleineren Zwistigkeiten sind stärkeren Auseinandersetzungen eher seltener aber natürlich nicht ausgeschlossen. Plötzliche Harmonieeinbrüche, z.B. nach einer mehrmonatigen Winterruhe, können daher auch bei Channa bleheri vorkommen. Beharrliches Jagen und Beißen des dominanten Tieres, zumeist das Männchen, ist möglich. Es gibt auch Erfahrungen, in denen das Weibchen nach einer Winterruhe auf das Männchen losgegangen ist und es sogar zum Verlust des Männchens führte. Diese eher seltenere weibliche Dominanz wurde auch schon mal bei anderen subtropischen Channas, z.B channa aurantimaculata, beschrieben.
    Dieses Verhalten kann eine kurzzeitige räumliche Trennung der Tiere notwendig machen. Gehäufte katastrophale und tödliche Ausgängen, wie bei anderen Arten, sind mir jedoch bei dieser Art bisher nicht bekannt.
    Wie bei allen Channas besteht die stetige Fluchtgefahr, was ein konsequentes Abdecken der Aquarien notwendig macht.Selbst erfahrenen Channahaltern sind dadurch bereits Tiere unbemerkt verloren gegangen. Daher wird an dieser Stelle immer wieder darauf hingewiesen!

    Wie viele Schlangenkopffisch-Arten neigt gerade aber eben diese Art (wie auch Arten aus ähnlichen, subtropischen Biotopen, in denen den Tieren von der Natur eine "Winterruhe" abverlangt wird, z.B. Channa aurantimaculata oder Channa andrao) bei zu reichlicher und energiehaltiger Ernährung zu vermehrten Fettansatz, was nach einhelliger Meinung dazu führen kann, daß sich die Tiere nicht mehr vermehren und sogar steril werden können!

    Gerade in den letzten Jahren wird häufig das Phänomen der Hornhauttrübung bei Channa bleheri (auch bei z.B. Ch.aurantimaculata oder Ch.barca) beschrieben. Wenngleich nicht ganz klar ist, worin die Ursachen dafür liegen, ist mir bei der langjährigen Pflege mehrerer Brutpaare der Art aufgefallen, daß vor allem eher die Weibchen davon betroffen zu sein scheinen und das Phänomen bei einer Erhöhung der Haltungstemperatur deutlich abzunehmen scheint. Ob auch antibiotische oder fungistatische/fungizide Mittel oder aber einfach andere Wasserbedingungen (z.B. eine Relation zur Wasserhärte oder zum pH-Wert) Abhilfe schaffen können, ist leider bis dato nicht bekannt.
    Einen abschließende Klärung dieses Sachverhaltes wird vermutlich leider noch sehr lange ausstehen.
    Zucht
    Zur Fortpflanzung der Tiere ist eine temporäre Veränderung der Wasserbedingungen, z.B. ein Temperaturanstieg etwa von 3-4°C, ein möglicher, auslösender Paarungsreiz. Wichtig dabei scheint aber zu sein (sowohl eigene Beobachtung als auch von anderen Haltern bestätigt), daß die Temperatur im Aquarium auf mindestens 23°C ansteigen sollte, damit auch das Weibchen in Paarungsstimmung kommt. Ansonsten sind Aggressionen des (meist deutlich kräftigeren) Männchens gegenüber dem Weibchen das Resultat und damit ist eine Nachzucht schwierig bis unmöglich.
    Bei der Paarungsvorbereitung zeigt Channa bleheri wie viele Schlangenkopfarten ein außergewöhnliches Balzverhalten bereits mehrere Tage vor der eigentlichen Paarung. Gegenseitiges Umschlingen beider Geschlechter und vorangestellte Scheinpaarungen sind typisches Verhalten. Diese Art ist im Gegensatz zu anderen als Offenlaicher bekannt, was sicherlich die Vermutung bestärkt, dass zur Fortpflanzung eher ruhigere Flussabschnitte und Überschwemmungszonen aufgesucht werden. Offenbar ist das Männchen dabei in der Auswahl des Laichplatzes führend.
    Während der Paarung wird mit einem Stoß der gesamte Laichvorrat abgegeben und die befruchteten öligen Eier schweben anschließend zur Oberfläche, wo sie vom beiden Partnern in einem lockeren Gelege zusammengeführt werden. Gemäß Vierke bewachen beide Geschlechter anschließend die junge Brut und prüfen regelmäßig die Eier durch kurze Aufnahme in das Maul. Nach dem Schlupf der Jungfischlarven bildet dieser Schwarm eine regelrechte Traube um die Elterntiere. Auch ohne Zufüttern ist ein schnelles Wachstum dabei zu verzeichnen, sodass man annimmt, dass die Junglarven neben Dottersack auch von Absonderungen des Körperschleimes der Elterntiere ernährt werden. Über eine zusätzliche Fütterung mit Nähreiern durch das Weibchen ist mir bei dieser Art nichts bekannt. Die Jungtiere können frühzeitig mit Kleinstfutter, dekapsulierte Artemiaeiern, Lobstereier und später mit üblichen Frost- und Lebendfutter wie Cyclops, Mückenlarven und Artemia zugefüttert werden. Auch Trockenfutter wird frühzeitig genommen. Jungtiere besitzen anfangs ein typisches gelbes Babykleid, welches später verblasst und anschließend als Halbwüchsige in das typische Farbkleid der Art wechselt. Ein bis zwei anfängliche, dunkle Augenflecke am hinteren Ende der Dorsale verblassen dabei später wieder.
    Während der Jungenaufzucht kann die Temperatur durchaus wieder auf 22-23°C "zurück"-fallen, was auch für das restliche Jahr eine akzeptable Haltungstemperatur für diese Art ist. Die Jungfische können problemlos bis zu einer Größe von etwa 4,0 cm bei den Eltern bleiben, ein entsprechendes Aquarium mit ausreichend dimensioniertem Filter, Bepflanzung und genügend Rückzugsräumen vorausgesetzt.

    Wie schon oben beschrieben, vermehren sich die Tiere, die zu "fett" sind, eher schlecht bis vermutlich gar nicht.
    Haftungsausschluss
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    Bilder
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Kommentare 2

  • Heiko -

    Habs unter ,Besonderes, eingebaut, Ingo.
    Habt ihr nicht mal noch ein paar schönere Bilder. Ggf. Auch mal den Vergleich zu den Schokos?

  • ingo 66 -

    Hi,
    schoener Beitrag dem nur eins hinzuzufuegen ist:nach der Winterruhe hat unser Weib den Bock gekillt,ohne jegliche"Vorwarnung"von jetzt auf nachher.
    Gruesse