Goldfisch (Kaltwasser)

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  • Der Goldfisch ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) und ein Haustier.
    Vor etwa eintausend Jahren im östlichen China durch züchterische Selektion entstanden, ist der Goldfisch das älteste bekannte Haustier, welches ohne direkten, wirtschaftlichen Nutzen als Haltungs- und Zuchtgrund gehalten wird.
    Der Goldfisch ist eine anspruchslose, sehr robuste Art, die gerne in Aquarien und Teichen gehalten wird und die in unseren Gewässern, bei entsprechender Tiefe, problemlos überleben kann.
    Er besitzt einen hochrückigen, gedrungenen Körper, ohne Barteln und langer, leicht eingebuchteter Rückenflosse.
    Quellenangaben:
    Text: Wikipedia, fischlexikon.eu/fischlexikon/f…&tmp_lastfisch=0000001535 bearbeitet
    Fotos: Privataufnahmen Sewellia

    Allgemeines
    wissenschaftlicher Name
    Carassius gibelio forma auratus
    Ordnung
    Karpfenartige (Cypriniformes)
    Familie
    Karpfenfische (Cyprinidae)
    Gattung
    Carassius
    Details zum Fisch
    Vorkommen, Herkunft
    Goldfische wurden vor rund 1000 Jahren schon als Zierfische in China gezüchtet und sind aus der Silberkarausche (Giebel) entstanden. Goldfische leben mit Ausnahme der Antarktis auf allen Kontinenten, auf Inseln und haben sich aufgrund ihrer hohen Salinitätstoleranz auch Brackwasserbereiche erschlossen.
    Größe (Adult)
    Je nach Zuchtform kann der Goldfisch bis zu 35 cm lang werden. Für die Haltung in Aquarien gezüchtete Varietäten bleiben etwa ein Drittel kleiner.
    erreichbares Alter
    bis 30 Jahre
    Futter
    Goldfische sind genügsame Allesfresser.
    Natürlich sorgt eine abwechslungsreiche Ernährung mit einer Basis aus gutem Pelletfutter, mit abwechselnder Zugabe von Futter mit pflanzlichen Rohstoffen (z.B. Spirulina) und ballaststoffreichen Leckerbissen z.B. Gammarus (Bachflohkrebse) für Gesundheit und langes Leben der Goldfische.

    Goldfische stellen ihren eigenen Laich nach und fressen auch Jungfische!
    Beckengröße
    Aquariumhaltung ab 200 Liter und Teichhaltung ab 500 Liter möglich - bei Teichhaltung auf Mindesttiefe von 100 cm achten!
    Temperatur
    Temperatur: 4°C - 30°C pH-Wert: 7,5-8,5 Gesamthärte: unter 30° (nicht zu weiches Wasser)
    Haltung
    Im Aquarium:
    Das Becken sollte nach Möglichkeit einen feinen Sandboden haben, da die Goldfische gerne gründeln.
    Einige Wasserpflanzen komplettieren die Einrichtung des Aquariums. Ein Heizer wird nicht benötigt.
    Im Übrigen sollte das Becken nicht mit zu vielen Dekorationsstücken vollgestopft werden, denn diese schränken den Schwimmraum für die Goldfische ein.
    In einem 200 Liter Aquarium können etwa 4-5 ausgewachsene Goldfische gepflegt werden.
    Sind es mehr Tiere, ist das Becken überbelegt und es wird schwer sein, ein Gleichgewicht zwischen Pflanzen, Fischen und einem gesunden Stickstoffhaushalt herzustellen.
    Goldfische sind gute Fresser und haben einen starken Stoffwechsel. Deshalb sollte das Aquarium eine leistungsstarke Filterung besitzen.
    Für Anfänger oder Einsteiger empfehlen sich die "normalen" Zuchtformen des Goldfisches, weniger die hochgezüchteten Formen wie Teleskopaugen oder Himmelsgucker, die um einiges empfindlicher sind.
    BITTE KEIN GOLDFISCHGLAS!

    Im Teich:
    Sogenannte Fertigteiche ab 500 Liter sind für Goldfische gut geeignet.
    Diese sollten so betrieben werden, dass ein vollständiges Einfrieren des Wassers in den Wintermonaten nicht erfolgen kann. Ansonsten müssen die Fische im Haus oder im Keller überwintern, je nach Gegebenheit.
    Bei kleineren Teichen kann es sehr schnell zu Algenbildung und Sauerstoffmangel kommen und auch der Stickstoffhaushalt bricht sehr schnell zusammen.
    Somit muss öfter ein großzügiger Wasserwechsel vorgenommen werden.
    Bei allen Teichen, egal ob Fertigteich oder selbst angelegter Teich gilt: Mindesttiefe: ab 100 cm!
    Der Standort des Teiches sollte so gewählt werden, dass er nicht ständig der Sonne ausgesetzt ist und sich nicht in unmittelbarer Nähe von Bäumen befindet.
    Seerosen im Teich sehen nicht nur toll aus, sie bieten ihren Bewohnern auch Schatten und Schutz.
    Schleierschwänze sind für den Teich weniger geeignet, da sie kälteempfindlicher sind.

    Besonderes
    Die wichtigsten Merkmale des Goldfisches (Stammform):
    - vom Goldfisch gibt es bereits viele Farbvariationen von orange, rot, silber, gold, weiß, gelb und schwarz - auch mehrfarbig wie z.B. rot/weiß (Sarasa)
    - sein Körper ist hochrückig und seitlich abgeflacht
    - er besitzt eine endständige Mundspalte ohne Barteln
    - er besitzt große Schuppen
    - seine Seitenlinie ist vollständig
    - die Rückenflosse ist lang mit gerader oder konkav eingebuchteter Oberkante
    - er hat eine kurze Afterflosse
    - die Schwanzflosse ist deutlich eingebuchtet
    - seine Schwanzwurzel ist immer ungefleckt
    - er besitzt 27-32 Schuppen entlang der Seitenlinie
    - erster Kiemenbogen mit 35-48 Reusendornen

    Bekannte Zuchtformen sind (Auswahl):
    - Sarasa
    - Kometenschweif (Comet)
    - Shubunkin (Blautöne)
    - Canarino (Gelb)
    - Wakin
    - Jikin (Pfauschwanz)
    - Schleierschwanz (Veiltail)
    - Oranda o. Holländischer Löwenkopf
    - Black Moor
    - Teleskopauge
    - Fächerschwanz o. Fantail
    - Perlschupper
    - Eierfisch
    - Ranchu (Büffelkopf)
    - Himmelsgucker (Celestial)
    - Pompon
    - Ryukin
    - Tancho
    - Osaka-Ranchu (Osaka-Büffelkopf)

    Zucht
    Die Fortpflanzungszeit fällt auf die Monate Mai bis Juni, bei Wassertemperaturen von 18-22 Grad.
    Die Eiablage erfolgt an Wasserpflanzen. Die Jungtiere sind zunächst grau bis bräunlich und färben sich erst später um (abhängig u.a. von der Wassertemperatur).

    Innerhalb der Karauschengattung hebt sich der Goldfisch (Giebel) durch die Fähigkeit zu gynogenetischer Fortpflanzung ab. Der Giebellaich muss nicht durch den Samen eines artgleichen Männchens befruchtet werden, es genügt das in das Ei eindringende Spermium einer anderen Karpfenfischart, um die Eientwicklung anzustossen.

    Zu dieser unvollkommenen Fortpflanzung sind auch die Goldfische befähigt und sie ist ein grundlegendes Instrument bei der Vermehrung sogenannter Hochzuchten (schleiferflossige Rassestandards). Letztendlich ist die Gynogenese auch der wichtigste Beleg für die Abstammung des Goldfischs.

    Da Goldfische keinerlei Brutpflege betreiben, sondern im Gegenteil Laichräuber sind, werden sie für die Aufzucht der Jungen nicht benötigt.
    Man hält die Temperatur im Zuchtbecken auf etwa 20°C und sorgt durch intensive Belüftung (ohne allzu große Strömung) für sauerstoffreiches Wasser.
    Bei dieser Temperatur dauert es zwischen 50 und 60 Stunden, bis die Jungen schlüpfen und sich gleich an die Aquariumscheiben oder Schwimmpflanzen heften.
    Dort verharren die nur 2-3 mm kleinen Goldfische etwa 2 Tage und ernähren sich von den Resten des Dottersackes.
    Sind diese aufgezehrt, lösen sich die Jungfische von ihrer Unterlage und gehen selber auf Nahrungssuche.
    Man kann sie mit speziellen Aufzuchtfutter ernähren, aber auch mit Infusionen.

    Die Jungtiere sollten mehrmals täglich mit nicht allzu großen Portionen gefüttert werden.
    Die kleinen Goldfische, die noch nicht ausgefärbt sind, sondern fast durchsichtig graubraun sind, wachsen erstaunlich schnell.
    Schon nach wenigen Tagen nehmen sie größeres Lebendfutter wie Daphnien (Wasserflöhe) zu sich und können auch mit einem fein zerriebenen Flockenfutter ernährt werden.
    Spätestens nach einer Woche, nachdem die Jungfische geschlüpft sind, sollte der erste Teilwasserwechsel erfolgen.
    Die weiteren Wasserwechsel sollten in regelmäßigen Abständen erfolgen, etwa alle 7 Tage, je nachdem, wie viele Jungfische im Becken sind.
    Die Wassertemperaturen von Becken- und Frischwasser dürfen nicht mehr als 2-3°C voneinander abweichen.
    Da leider nie alle Jungfische überleben, sollte man das Aquarium mehrmals täglich nach toten Goldfischchen kontrollieren.
    Nach ca. 2 Monaten haben die Jungen eine Länge von etwa 3 cm erreicht und mit 6 Monaten rund 5-6 cm.
    Ist die Nachzucht groß, muss sie gegebenfalls auf mehrere Becken aufgeteilt werden.
    Mehr als 25 Tiere, von etwa 3 cm Länge, sollte man in einem Zuchtbecken von 60 x 30 x 30 cm nicht halten.
    Nach etwa einem halben Jahr sind die Jungfische auch äußerlich "richtige" Goldfische geworden.
    Haftungsausschluss
    Auf den Text unseres Lexikons, der ausschließlich der allgemeinen Information dient, wird für die Vollständigkeit und Richtigkeit keine Haftung übernommen.

    152 mal gelesen

Kommentare 2

  • Heiko -

    Vielleicht mal noch paar persönliche Anmerkungen zur Aquarienhaltung. Es gibt sicherlich Zuchtformen, die für eine Aquarienhaltung geeignet sind, da die Endgröße auch unter 20 cm liegen. Es sind bekanntlich sehr "gesellige" Tiere die an eine Handfütterung gewöhnt werden können. Der ordinäre Goldfisch gehört mit seiner zu erwartenden Größe von über 30 cm aus meiner Sicht jedoch nicht in ein Aquarium. Zumindest nicht in 200l.
    Möglicherweise ist die dauerhafte Aquarienhaltung bei Temperaturen über 20°C auch nicht wirklich gesundheitsfördernd. Wie auch bei anderen Kaltwasserfischen bekannt, sinkt dadurch manchmal die Lebenserwartung. Die Tiere brauchen Möglicherweise kältere Ruhephasen, in der der Stoffwechsel drastisch runter gefahren wird.
    Die Angabe von 1m Wassertiefe für Gartenteiche ist sicher wünschenswert, aber dann bei einer Mindestvolumenangabe von 500l nicht wirklich realistisch, wenn man einfach mal die üblicherweise in den Baumärkten angebotenen Fertigteiche sieht, sind die selten tiefer als 60-80 cm. Soweit ich weiß, gilt die Regel bei Überwinterung von Fischen im Teich mind. 80 cm Wassertiefe als frostfrei. Dann aber mit mehr Pflege verbunden, was die Vorbeugung von Faulschlamm/Gasen betrifft. Alternative die Fische in einem anderen Winterquartier unterzubringen. Im Sommer wäre dann auch die Haltung in flacheren Teiche von 60 cm möglich. Entscheident ist tatsächlich die Sonneneinstrahlung und der Sauerstoffeintrag in solchen flacheren Gartenteichen.

    • Sewellia -

      Es ist gut, dass das Lexikon hier nicht nur so husch husch durchgelesen wird, sondern auch kommentiert wird. Dazu ist diese Funktion auch da.
      Der Text wurde etwas geändert.
      Ein Zierfisch-Onlinehändler aus Bayern gibt an, dass z.B. Schleierschwänze in Becken mit 100 - 200 Litern gehalten werden können.
      Bei 100 Liter ist ein Becken in der Regel nur 80 cm lang. Wenn man sich so einige Anzeigen bei E..y ansieht, halten wohl einige Leute ihre Goldfische sogar in 60er Becken, die sie dann wieder abgeben möchten. Auch in einigen "sogenannten" Zoofachgeschäften sieht man immer mal wieder zweifelhafte Angaben über Fische.
      So werden unter anderem Sumatrabarben für ein 60er Becken empfohlen! Wer legt die Mindestanforderungen fest? Zoologen? Den Fischen, oder auch anderen Tieren kann man ja wohl schlecht fragen, wie sie es gerne haben möchten. Auf jeden Fall kann ein Aquarium für Fische NIEMALS zu groß sein.