Böttgers Zwergkrallenfrosch

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  • Die Gattung Zwergkrallenfrösche (Hymenochirus) gehört zur Familie der Zungenlosen Frösche (Pipidae) innerhalb der Ordnung der Froschlurche.
    Die vier zu unterscheidenden Arten haben eine Länge von nur drei bis kaum vier Zentimetern und leben im Kongogebiet und in Kamerun. Man findet sie in krautreichen Regenwald-Gewässern aller Art, wo sie eine ganzjährig aquatile Lebensweise führen. Sie haben einen stark abgeflachten Körper, einen kleinen Kopf und langgliedrige Finger.
    Gelegentlich tauchen junge Große Krallenfrösche (Xenopus laevis) im Zoohandel unter der Bezeichnung „Zwergkrallenfrösche“ auf.
    Ein unverwechselbares Merkmal befindet sich an den Vordergliedmaßen: Zwergkrallenfrösche tragen Schwimmhäute zwischen den Fingern – Große Krallenfrösche nicht.
    Quellenangabe:
    Text: Wikipedia, de.m.wikipedia.org/wiki/Zwergkrallenfr%C3%B6sche bearbeitet
    Bilder: Privataufnahmen Sewellia

    Allgemeines
    wissenschaftlicher Name
    Hymenochirus boettgeri
    Ordnung
    Froschlurche (Anura)
    Familie
    Zungenlose (Pipidae)
    Gattung
    Zwergkrallenfrösche (Hymenochirus)
    Details zum Fisch
    Vorkommen, Herkunft
    Westafrika - in trüben, stehenden und langsam fließenden, von Bäumen beschatteten Gewässern des Tieflandes von Nigeria, Kamerun bis zur Demokratischen Republik Kongo, möglichst ohne große Fischbestände.
    Größe (Adult)
    Länge 3-4 cm, Weibchen etwas größer und fülliger. Männchen mit Postaxillardrüsen
    erreichbares Alter
    bis 6 Jahre, einigen Angaben zufolge sogar bis über 10 Jahre
    Futter
    Lebendfutter wie Rote Mückenlarven, Enchytraeen, Drosophila, Wasserflöhe und Tubifex, dies kann dem Zwergkrallenfrosch auch als Frostfutter gereicht werden.
    Viele Hymenochirus boettgeri lassen sich auch an Flockenfutter gewöhnen.
    Da Zwergkrallenfrösche Lauerjäger sind, ist Lebendfutter zu bevorzugen.
    Beckengröße
    Kleine Gruppen der Zwergkrallenfrösche kann man bereits in kleinen Becken ab 50 cm Länge oder ab 50 Liter Fassungsvermögen halten.
    Temperatur
    Temperatur: 23-28 °C pH-Wert: 6,5-7,8 Gesamthärte: 5-15 °dGH
    Haltung
    Zwergkrallenfrösche lassen sich recht einfach in strömungsarmen Gesellschaftsaquarien mit kleinen friedlichen Fischen pflegen, da sie selber höchstens winzig kleine Jungfische fressen, ansonsten stellt er im Gesellschaftsbecken keine Gefahr für Zierfische dar.
    Eher sollte man beachten, dass große Fische den Frosch verletzen oder fressen können. Daher besser nur mit kleinen friedlichen Fischen vergesellschaften.
    Der Wasserspiegel sollte nicht zu hoch sein, um auch die Wasseroberfläche als Lebensraum nutzen zu können. Pflanzen, welche bis zur Wasseroberfläche wachsen, sind für den Aufstieg hilfreich.
    Viele Pflanzen mit großzügigen schattigen Bereichen sorgen für ausreichend Ruheplätze.
    Das Wasser sollte warm sein, etwa bei 23 bis 25°C, und darf eher weich sein.
    Aufgrund ihrer Geselligkeit mit den dazugehörigen Verhaltensweisen sollten Zwergkrallenfrösche keinesfalls alleine gepflegt werden, ein bis zwei Männchen mit mehreren Weibchen bilden die Grundlage für eine Gruppe. Je mehr Individuen zusammenleben dürfen, desto besser für sie, wobei gleichwohl der zur Verfügung stehende Raum nicht überbesetzt sein darf.
    Besonderes
    Die charmant wirkenden Amphibien sind ausgesprochen gesellig, auch wenn beim Füttern einer mal das Bein des anderen zu fassen kriegt und man sich in wilden Drehungen irgendwie einigen muss.
    In den Ruhephasen am Tag verbergen sie sich allein oder zu mehreren gern am Grund in flachen Verstecken aus Wurzeln und Steinen.
    Am Nachmittag lassen sie sich auch an der Wasseroberfläche auf Schwimmblättern beobachten, wenn sie die Nase oder auch den halben Oberkörper aus dem Wasser recken.
    Die Frösche ruhen gern gemeinsam und pflegen dabei ausgiebig körperliche Kontakte.
    Ihre wunderschönen Augen können zwar gut Bewegungen sehen, aber Farben wohl eher nicht. Da sie auch mit ihren Stimmen kommunizieren, hilft das gut entwickelte Gehör bei der Abgrenzung der kleinen Territorien sowie der Partnerwahl.
    Zu diesem Zweck, sowie natürlich auch zur Nahrungssuche, ist zusätzlich der Geruchssinn gut entwickelt.
    Er hilft den Fröschen dabei, unbewegliche Nahrung, wie Frostfutter oder in ihrer natürlichen Umgebung tote Tiere aufzuspüren und zu fressen.
    Zucht
    Die drollig wirkenden Gesellen selbst nachzuzüchten ist immer ein Erlebnis.
    Von der interessanten Paarung, bis über die Metamorphose lässt sich bestaunen, wie aus kleinen Punkten junge Frösche werden!
    Das Paarungsverhalten ist durch verschiedene eigentümliche Rituale gekennzeichnet.
    Neben anhaltenden, monotonen („tickenden“) Rufen vollführen die Männchen auch eine Art „Tanz“ mit hastigen, scharrenden Bewegungen der Füße und klammerndem Rudern der Arme.
    Kommt es schließlich zu einem Amplexus mit einem paarungsbereiten Weibchen, so erfolgt diese Umklammerung in der Lendengegend, wie dies bei der Unterordnung Mesobatrachia allgemein üblich ist.
    Zum eigentlichen Ablaichen schwimmt das Paar an die Wasseroberfläche und dreht sich so, dass die Bauchseiten nach oben zeigen.
    Nach mehrmaliger Wiederholung dieses Bewegungsablaufes erfolgt knapp oberhalb der Wasseroberfläche die Abgabe des Laiches und dessen gleichzeitige Besamung.
    Danach kehrt das Paar zum Gewässergrund zurück und legt einige Minuten Pause ein. Es finden über mehrere Stunden weitere Laichvorgänge statt – insgesamt wohl etwa 50 bis über 300 (maximal nachgewiesen: 364).
    Die bis zu 1000 Eier verbleiben im Oberflächenhäutchen des Wasserspiegels, werden teilweise aber auch durch die Bewegungen des Paares zum Absinken gebracht.
    Solche Eier gelangen meist nicht zur Entwicklung.

    Die Kaulquappen schlüpfen nach etwa eineinhalb bis zweitägiger Embryonalentwicklung und gehen nach einer mehrtägigen (ca. 6 Tage) stationären Anhaftphase in den freischwimmenden Lebensabschnitt über.
    Nun offenbaren sich einige Besonderheiten gegenüber anderen Froschlurchlarven: So schnappen sie bereits regelmäßig an der Oberfläche nach Luft (Lungenatmung!), obwohl sie auch noch winzige äußere Kiemen besitzen.
    Ihre Ernährung ist abweichend von anderen Froschlurchen, denn sie haben eine carnivore Lebensweise, indem sie tierisches Plankton, beispielsweise Cyclops oder Artemianauplien jagen.
    Dazu haben Hymenochirus-Kaulquappen ein speziell geformtes, nach oben ausgerichtetes „Mundrohr“ ausgebildet, mit dem sie die Beutetierchen einsaugen.
    Das mit aufgenommene Wasser entweicht wieder über die Atemlöcher (Spiracula). Nach zumeist 60 bis 70 Tagen vollzieht sich die Metamorphose der Larven.

    Die 4 anerkannten Arten von Zwergkrallenfröschen:
    - Böttgers Zwergkrallenfrosch (H. boettgeri) (Tornier, 1896) - Diese Art ist so ziemlich die einzige im Handel angebotene Zwergkrallenfrosch-Art.
    - Boulengers Zwergkrallenfrosch (H. boulengeri) Witte, 1930
    - Gedrungener Zwergkrallenfrosch (H. curtipes) Noble, 1924
    - H. feae Boulenger, 1906
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