Channa Gachua

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Channa gachua ist die Bezeichnung für den Frosch-Schlangenkopffisch. Erstbeschreibung als Ophicephalus gachua (Hamilton 1822)
    In der letzten Systematik der Knochenfische (2013) wurden die Schlangenkopffische noch den Barschartigen (Perciformes) unterstellt.
    In der 2017 aktualisierten Systematik gehören sie nun zur Gruppe der Barschverwandten (Percomorphaceae) und zur Ordnung der Kletterfischartigen (Anabantiformes), welcher ebenfalls die Labyrinthfische angehören.
    Ihnen gemeinsam ist die Fähigkeit über ein zusätzliches Atmungsorgan atmosphärischen Sauerstoff aufzunehmen.
    Channa gachua beschreibt einen Species-Komplex aus verschiedenen Fundortvarianten mit teils deutlichen Unterschieden in den äußeren Merkmalen, im Verhalten und in den Lebensbedingungen.
    Arten aus Thailand und Malaysia wurden auch als channa limbata beschrieben. Dagegen Tiere aus Nordost-Indien z.B. als sogenannte Bengalen.
    Da es noch keine gültige taxonomische Unterteilung des gachua-Komplexes gibt, werden die verschiedenen Species derzeit vorrangig nach Ihren Fundorten unterschieden, welche in die Namensgebung einfließen.

    Eine Beschreibung der äußeren Erscheinung, ggf. Geschlechtsunterschiede der Tiere überlasse ich vorerst nachfolgenden Usern, da hier im Forum ausreichend Erfahrung mit verschiedenen gachua-Arten besteht.
    Eventuell hat noch einer ein schönes Bild zum Steckbrief oder es fügt mal einer eine Liste der derzeit bekanntesten Fundortspecies des Koplexes hinzu!




    Quellen:

    Phylogenetic classification of bony fishes,Betancur-R. et al., doi.org/10.1186/s12862-017-0958-3

    Schlangenkopffische: Die Gattungen Channa und Parachanna von Pascal Antler,Nora Brede

    archive.usgs.gov/archive/sites…1/html/channa_gachua.html

    snakeheads.org/

    seriouslyfish.com/species/channa-gachua/
    Allgemeines
    wissenschaftlicher Name
    channa gachua
    Ordnung
    Anabantiformes
    Familie
    Channidae
    Gattung
    Channa
    Details zum Fisch
    Vorkommen, Herkunft
    Fließ- und Stillgewässer Südostasiens
    Größe (Adult)
    je nach Fundort ca. 12-30 cm
    erreichbares Alter
    noch zu recherchieren
    Futter
    Der kleine asiatische Vertreter der Schlangenkopffische ernährt sich ausschließlich carnivor, von tierischer Nahrung. Vorrangig von kleinen Insekten, die an der Wasseroberfläche angeboten werden. Ebenso stehen in der Aquaristik z.B. Frostfutter, Garnelen, Würmer, Muschelfleich und auch kleinere Fische oder Fischfilet auf dem Speiseplan.
    Ursprünglich als Lauerjäger stellen sie ihrer Beute zumeist aus einem geschützten Unterstand nach.
    In der domestizierten Haltung werden sie leider häufig zu konditionierten "Fressmaschienen", die, sobald die Aquarienabdeckung geöffnet wird, bettelnd nach fast allem schnappen, was vom Halter angeboten wird. Besonders Jungfische sind hier nicht besonders wählerisch und können auch an Trockenfutter gewöhnt werden.

    Es ist daher für adulte Tiere wichtig, sich auf ein vernünftiges und angemessenes Fütterungsverhalten zu beschränken und dabei regelmäßige Futterpausen einzuhalten. Fettleibige Tiere haben eine deutlich geringere Lebenserwartung.
    Beckengröße
    für kleiner Arten ab 120 l (Grundfläche 50x50 oder 80x40) bis zu den größeren Arten denen durchaus ein größeres Becken ab 240l ( Grundfläche 120x40/50) angeboten werden sollte
    Temperatur
    Da es sich bei channa gachua um einen Komplex handelt, richten sich die Haltungsbedingungen nach ihrem ursprünglichen Herkunftsgebieten und unterliegen einem recht breitem Spektrum.
    Es ist daher schwer hier definierte Angaben zu machen.
    Allgemein ist bekannt, dass es ausschließlich tropische Arten gibt, die ganzjährig bei höheren Temperaturen über 23 °C gehalten werden können und sogar Temperaturen weit über 30-35°C tolerieren.
    Dagegen gibt es Fundortvarianten am Rande Zentralasiens, welche aus subtropischen Verhältnissen stammen und sogar bereits in Quellflüssen bis 13°C gefunden wurden. Bei diesen subtropischen Arten ist daher zu empfehlen, sie ohne Heizung bei Zimmertemperatur zu halten und ggf. im Winter eine Ruhephase über 2-3 Monate einzuhalten. Dabei können die Tiere auch aus dem Aquarium entnommen und in kleineren Boxen zur Zwischenhälterung in kühleren Räumen (16-18°C) separiert werden.
    Im Allgemeinen ist es ratsam, sich über den genauen Herkunftsort zu informieren oder zumindest sich an den Haltungsbedingungen eines erfolgreich über mehrere Jahre etablierten Stammes zu orientieren, da häufig keine Angaben mehr zu Fundortvarianten gemacht werden können.
    Haltung
    Auch für die übrigen Lebensbedingungen zeigen sich die Tiere recht flexibel. Sie werden sowohl in klaren Gebirgsbächen oder Seen mit hartem Wasser als auch in Urwaldgewässern mit weichem saurem Wasser oder in trüben, schlammigen Bewässerungsgräben gefunden. In diesem Fall scheiden sich die Geister, ob man nun definierte ph, Härte- und Leitwerte angeben kann und die Tiere, ausschließlich ihrem natürlichen Habitat entsprechend, gehalten werden sollten oder man Ihnen einfach das Deutsche Leitungswasser zumuten kann.
    Ich persönlich glaube, da diese Art sich aufgrund ihrer außerordentliche Anpassungsfähigkeit in einem derart großen Verbreitungsgebiet durchgesetzt hat, dass ein angemessenes Augenmaß für die Haltung in der Aquaristik ausreicht. Eine Unterscheidung von tropischen und subtropischen Arten ist dabei sicher ratsam. Möglicherweise spezialisierten sich viele Fundortvarianten durch Selektion in ihrem natürlichen Habitat, was jedoch eine ursprüngliche Toleranz auch gegenüber anderen Lebensbedingungen nicht ausschließt. Es sind verschiedene äußere Merkmale bekannt, die die Beschreibung eines Artenkomplexes zwar sinnvoll machen, jedoch haben sich viele Stämme,die keinem Fundort mehr zugeordnet werden können, auch ohne die Einhaltung exakter Habitatbedingungen in der Aquaristik erfolgreich durchgesetzt. Teilweise gibt es bereits Hybridisierungen unter den Fundortspecies. Hier steche ich natürlich in das Expertenherz, welches im Sinne der Arterhaltung nun heftig protestieren wird.
    Die Beckeneinrichtung sollte gut strukturiert sein. Häufig ließt man von verkrauteten Becken. Auch hier widerspreche ich ein wenig. Ich habe selbst in Thailand gachuas und andere Arten von Channas beobachtet, die in Gewässern ohne jegliche Vegetation lebten. Auffällig war, dass sie sich häufig in der Nähe von Unterständen der Uferregion oder Feldern von Lotus und dichter Unterwasservegetation aufhielten. Dabei flüchteten sie bei Gefahr sofort in das nächst gelegene Unterholz. Ich würde daher ein Becken entsprechend auch mit einem ausreichendem Freiraum gestalten. Die Tiere stehen als Lauerjäger nicht nur wartend im Unterholz sondern beobachten auch gern, im Freiwasser stehend, die Oberfläche oder suchen aktiv nach Nahrung. Schutz gebende Oberflächenvegetation halte ich für wichtiger als absolut verkrautete Becken. Ein Ufergehölz wird gern durch oberflächennah, platzierte Korkröhren simuliert, in denen sich die Tiere gern aufhalten. Die Wassertiefe kann dabei durchaus geringer gehalten werden, als für die Größe der Tiere zu erwartet wäre. Es reichen auch 25-30 cm Wassertiefe. Dies gibt dabei die Möglichkeit ein Aquarium auch als Paludarium einzurichten und die Pflanzen emers wachsen zu lassen. Ich habe gachuas in einem klaren Seitenarm eines Flusses mit beruhigter Umkehrströmung in 10 cm tiefen Wasser beobachten können.
    Da die Tiere gern Gruben ausheben, wo die frisch geschlüpften Larven gesammelt oder eigene Unterstände im Aquarium unter Wurzel eingerichtet werden, sollte das Bodensubstrat eher feiner und rund ausfallen und scharfkantige Steine vermieden werden. Auch ein mulmiger, schlammiger Untergrund ist möglich.Wir vermeiden insgesamt eine zu starke Beleuchtung, da die Tiere hier schreckhafter reagieren.
    Besonders wichtig ist die ausbruchssichere Abdeckung des Beckens. Viele Tiere wurden bereits verloren, als sich sich den Weg ins Freie bahnen wollten.
    Besonderes
    Schlangenköpfe haben im Allgemeinen einen sehr aggressiven Ruf, die nach allem schnappen, was sich bewegt. Dies ist bei den gachua Arten keineswegs immer so. Ich habe channa gachua temporär bereits harmonisch mit größeren Buschfischarten, Fadenfischen und Harnichwelsen gehalten. Jedoch ist es in dieser Gesellschaft zu keinem typischen Paarungsverhalten mehr gekommen, was bei gachuas nicht unbedingt dauerhaft erstrebenswert ist, da sie doch einer sehr hohen Reproduktionsrate unterliegen. Dauerhaft sollte ein Laichverhalt jedoch nicht provoziert werden, da auch bei dieser Art bereits Laichverhärtung vorgekommen ist.
    Eine Vergesellschaftung mit einem aktiven Pärchen wäre im umgekehrten Fall als eher problematisch anzusehen, da die Tiere sowohl in der Paarungsphase als auch in der Aufzucht der Jungen äußerst territorial werden können und sowohl Artgenossen als auch andere Fische heftig attackieren. Eine Gruppenhaltung von halbwüchsigen Tieren ist bis zur endgültigen Paarfindung möglich. Hier kann sich durchaus ein geselliges Verhalten beobachten lassen. Wir haben eine Gruppe von sieben TH 03/02 bis zu einer Größe von 12-15cm problemlos über 1 Jahr in 260l aufgezogen. Selbst in dieser Gruppe haben sich bereits einzelne Paare gebildet und gelaicht, ohne das größere Revierkämpfe oder Verletzungen vorkamen.
    Schlussendlich entspricht dies jedoch nicht ihrem Naturelle und die Gruppe wurde auch zugunsten eines Paares aufgelöst.
    Die Haltung eines Paares im Artenbecken ist immer derartigen Experimenten vorzuziehen, insbesondere sobald sich Drohgebärden, Maulzerren, Revierkämpfe oder Verletzung zeigen. Zumeist werden dann unterlegene Tieren nicht mehr an den typischen Futterplätzen toleriert.
    Es kann auch innerhalb eines harmonisierenden Paares zu heftigen Kämpfen kommen, die bis zum Tod eines Tieres führen können. Auslöser sind häufig vorangegangene Wasserwechsel oder auch die Auflösung eines Familienstammes von Eltern und Jungtieren. Auch der gescheiterte Versuch einer Brutphase des Männchens kann nachfolgend eine Aggressionsphase gegenüber dem Weibchen verursachen. Hier empfiehlt sich das aggressivere Tier temporär zu entnehmen und in eine Ruhephase zu überführen. Hierzu reichen in aller Regel kleinere Transportboxen aus.
    Zucht
    Die Nachzucht der Tiere kann bei entsprechender Haltung als äußerst reproduktiv beschrieben werden.
    Je nach Fundortvariante werden Umfänge von 20-200 Tieren in einem Wurf berichtet. Dabei steigen die Zahlen anfangs mit der Häufigkeit der Versuche.
    Es ist nicht selten, dass aus den ersten Bruten nur wenige bis keine Larven entwickelt werden.
    Nach der Paarfindung erfolgt, häufig durch einen Wasserwechsel stimuliert, ein intensives Paarungsverhalten. Zumeist gehen sogenannte Scheinpaarungen voraus, die für den Halter ein überzeugender Beweis ihrer innigen Liebe symbolisieren. Die Tiere suchen in dieser Seit zumeist die Nähe. es kommt zu typischen Balzverhalten des Männchens mit aufgeblähtem Kehlsack, intensiv farbig aufgestellten Flossen. Die Tiere umkreisen sich. Regelmäßiges Maulstupsen erzeugt Interesse. Zuweilen endet ein solches Balzverhalten in regelrechten Paarungskämpfen. Offenbar sind die Hormone des Männchens schneller in Wallung, als das Weibchen zur Paarung bereit ist.
    Der eigentliche Paarungsakt findet dann zumeist unbeobachtet während der Nacht statt. Durch gegenseitiges Umschlingen an der Oberfläche werden die ölhaltigen Eier befruchtet und später durch das Männchen von der Oberfläche eingesammelt.
    Channa gachua sind Maulbrüter. die befruchteten Eier werden vom Männchen im Kehlsack "ausgebrütet" und die Larven anschließend noch lang im Maul getragen und bewacht.
    Während einer Beckenneueinrichtung konnten wir durch einen Zufall beobachten, wie der Bock die ca. 1 Wochen alten, 1-2 mm großen Larven in einem Transporteimer entließ, sicherlich ein Stresseffekt, und später im neuen Aquarium wieder mühevoll einsammelte. Ob das Weibchen dabei unterstützte, oder die jungen Larven im Kies als Futter betrachtete, war nicht ganz auszumachen. Wir hatte aber das Gefühl, dass sie die Larven ebenfalls im Kehlsack aufbewahrte, da dieser plötzlich deutlich hervortrat. Dementsprechend müsste es dann eine von uns unbeobachtete Übergabe an das Männchen gegeben haben, da die Dame einige Stunden danach wieder Futter aufnahm. Eine zweite Beobachtung war, dass das Männchen nicht nur lebende Larven, sondern auch unbefruchtete gelbliche Eier ausgestoßen hat, welche in einer schleimigen Masse in kleinen Gruppen zusammenklebten. Warum er diese nicht bereits zuvor aussortiert hatte und weiter im Kehlsack aufbewahrte, ist interessant. Möglicherweise dienen diese den Larven bereits als Futter. Könnte es so sein?
    Das Männchen frisst während der Brutphase nichts. Dafür ist der Appetit des Weibchen deutlich erhöht und sie nimmt sichtbar im Bauchumfang zu.
    Dies ist möglicherweise der Produktion von Nähreiern zuzuschreiben, mit denen die Jungtiere später angefüttert werden sollen. Wir konnten dies leider bisher noch nicht beobachten. In diesem Larvenstatdium ist es daher nicht notwendig mit Mikrofutter zuzufüttern.
    Die hungrigen Jungtiere können später mit mit feinem Frostfutter, z.B. Artemia, Lobstereiern mit Cycplops oder Mückenlarven angefüttert werden. Da junge Schlangenköpfe ein äußerst schnelles Wachstum aufzeigen, sollte anfangs täglich gefüttert werden. Die Jungtiere können dabei eine erhebliche Futtermenge mit einmal aufnehmen, was sich an kugelrunden Bäuchen zeigt. Erst später ab einer Größe von 10-12 cm können Futterpausen eingelegt werden. Eine Entnahme der Jungtiere kann bereits frühzeitig ab einer Körpergröße von 2-3 cm erfolgen. Wir haben unsere Jungtiere in dieser Größe bekommen und schnell innerhalb weniger Monate auf Größen von über 10 cm großgezogen. Insbesondere bei den subtropischen Arten ist dieses Schnelle Wachstum mit der drohenden Ruhephase zu erklären, da die Tiere hier aufgrund der geringen Nahrungsangebotes auf Reserven zurückgreifen müssen.
    Es stellt sich daher regelmäßig die Frage, ob man auch in der Aquaristik junge Channas in eine solche Phase überführt. Zu diesem Thema gibt es bereits einen anderen Betrag im Forum. http://aquarium-leipzig.de/index.php?thread/3500-thema-winterruhe-bei-subtropischen-arten/
    Haftungsausschluss
    Auf den Text unseres Lexikons, der ausschließlich der allgemeinen Information dient, wird für die Vollständigkeit und Richtigkeit keine Haftung übernommen.

    184 mal gelesen